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Samstag, 19.05.2012 - 14:39

Das Sommerlager aus der Sicht einer Leiterin

Für mich hat das Lager am Donnerstag mit der Gepäckabgabe am Gruppenraum angefangen. Alle waren aufgeregt und gespannt was in den nächsten zwei Wochen alles auf sie warten würde. Voller Vorfreude haben wir uns dann am Freitag um sechs Uhr morgens am Gruppenraum getroffen und sind mit Auto, Transit und Anhänger auf die 750km lange Strecke gestartet. Auf der Fahrt blieb uns eigentlich nichts erspart, wir hatten viel Sonne, die man im unklimatisierten Transit unangenehm zu spüren bekam, viele Staus, Unfälle mit Verletzten am Straßenrand und Unwetter, aber gegen halb neun abends hatten wir dann doch noch unser Ziel erreicht. Für die erste Nacht hatten wir zum Glück ein Zimmer und wir konnten den restlichen Abend genießen.

Am Samstag kamen dann alle Teilnehmer mit dem Bus aus Salzburg gegen zehn Uhr morgens, völlig übermüdet, am Zellhof an. Die Zugfahrt war wohl für alle Beteiligten sehr anstrengend, da man nicht so toll auf den Sitzplätzen schlafen konnte und die Temperatur im Zug sehr niedrig war und die meisten gefroren haben.

Während der Zugfahrt haben die Kinder Gelegenheit gehabt ein Quiz über Österreich zumachen und ein Kreuzworträtsel zu lösen. Die Gewinner wurden am Sonntag mit einem Zellhof-Aufnäher gekürt. Den Samstag haben wir dann mit dem Aufbau der Zelte verbracht. Das Küchenzelt konnten wir erst am Sonntag aufbauen, da wir erst auf die fehlenden Teile warten mussten, die wir in der Hektik am Donnerstag am Gruppenraum vergessen hatten. Der ganze Tag war sonnig und wir konnten alles im Trockenen in die Zelte räumen. Unser Zeltplatz war sehr schön gelegen, direkt in der Nähe vom See, den Waschräumen und dem Shop. Der Platz war zwar etwas eng aber unsere Zelte haben drauf gepasst. Unser Lager bestand, nach einigem hin und her, aus einem Leiter-, einem Juffi-Mädel-, einem Juffi-Jungen-, einem Wö-Jungen-, einem Pfadi-Jungen- und einem Rover-/Wö-Mädel/Materialzelt. Auf unserem Platz war außerdem das Küchenzelt, eine Feuerjurte, die auch als Aufenthaltszelt diente, eine Willy-Zelt mit Gartenzwergen und ab Sonntag hatten wir auch ein großes Sonnensegel. Unter dem Segel waren selbstgebaute Tische und Bänke aus Stämmen und Bretternuntergebracht und an einer Seite gab es sogar eine Hochfeuerstelle. Im Laufe des Lagers wurde noch eine Wäscheaufhängkonstruktion aufgebaut um die Schwimmsachen trocknen zu können.

Den Sonntag haben wir mit Lagerbauten, Platz und See erkunden verbracht.

Am Montag hat uns dann das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Am Vormittag mussten wir wegen Dauerregens zuerst ein paar Staffelspiele und andere Klassiker, wie Pantomime und Montagsmaler im Trockenen mit den Kindern spielen, bevor wir dann endlich nach Mittag mit der Stadtrallye durch Mattsee starten konnten.

Die Kinder bekamen dafür, in Kleingruppen aufgeteilt, mehrere Zettel, auf denen der abzulaufende Weg mit Fotos beschrieben war, zusätzlich gab es noch einige allgemeine Fragen zum Ort und dessen Geschichte. Leider wurden die Kleingruppen von den Kindern selbstständig zu Großgruppen zusammengelegt, was das Auswerten des Spieles etwas schwieriger machte. Das Ende der Rallye war der Erlebnisspielplatz in Mattsee mit Kneipstelle und Erlebnispfad, dort haben wir dann den restlichen Nachmittag verbracht.

Am Abend durften dann alle bis zwölf Uhr wach bleiben, da wir unserem Geburtstagskind Thea schon mal ein Ständchen bringen und das Geschenk überreichen wollten.

Der Dienstag war dann voll und ganz für Theas Geburtstag reserviert. Vormittags waren wir im See schwimmen und am Nachmittag hat uns Thea alle auf ein Eis nach Mattsee eingeladen. Im Laufe des Tages haben wir noch heimlich einen Kuchen für Sie gebacken und verziert, den es dann noch abends am Lagerfeuer für alle gab.

Am Mittwoch haben wir uns in zwei Gruppen aufgeteilt, die Juffis und Rover sind ins Salzbergwerk nach Hallein gefahren und der Rest hat den Tag auf dem Platz verbracht.

Das Lager wurde an diesem Tag aufgeräumt, im Küchenzelt wurden Schwartenbretter auf dem Boden verteilt, da die Erde doch durch den häufigen Regen stark matschig war und die Feuerstelle wurde erneuert. Am Abend war dann „Tag der offenen Töpfe“, dieses Ereignis findet jeden Mittwoch auf dem Zellhof statt. An solch einem Abend treffen sich alle Gruppen auf dem Dorfplatz und bringen ein typisches Gericht aus ihrer Region mit von dem dann alle mal probieren dürfen. Uns haben diese Abende viel Spaß gemacht und die Kinder haben so die anderen Gruppen auf dem Platz kennen gelernt.

Am Donnerstagmorgen sind die Juffis zusammen mit Marc, Sebastian, Shigo (Sabrinas Hund) und Thora auf ihren 3-Tages Hike gestartet. Die Pfadfinder und Wölflinge sind an diesem Tag ins Salzbergwerk gefahren. Die Führung durch die ehemaligen Stollen dauerte ca. anderthalb Stunden und man fuhr dabei mit einem Zug ins Werk hinein, rutschte über zwei Rutschen in die Tiefe und überquerte mit einem Boot einen unterirdischen See. Im Anschluss daran haben wir noch das Keltendorf, das direkt neben dem Salzbergwerk lag besichtigt. Allerdings hat den Pfadis dort am meisten der Spielplatz zugesagt. Auf dem Weg zurück zu den Autos wurden dann noch wertvolle Edelsteine geborgen.

Am Freitag hatten wir Stufentag, die Wölflinge sind an diesem Tag um den Grabensee gewandert und die Pfadfinder sind mit Susanne, Willy und mir nach München gefahren. In München war unser erstes Ziel der Olympiapark dort haben wir die Aussicht auf dem Turm über das Gelände genossen. Unser nächstes Ziel war der Englische Garten, genauer gesagt der Chinesische Turm im Park, unseren Transit haben für den restlichen Tag auf dem Parkplatz vom Hilton Hotel abgestellt. Am Chinesischen Turm haben wir ausgiebig Mittag gemacht und sind von dort zu Fuß in die Innenstadt gelaufen. Wie es dann der Zufall wollte haben wir einen früheren Pfadfinder aus Solingen getroffen der uns dann noch die nicht gesehenen Sehenswürdigkeiten gezeigt hat. Nach einem Besuch eines Biergartens, unter Kastanienbäumen - wie es sich gehört-, sind wir dann zurück zum Zellhof. An diesem Abend haben die Pfadfinder, voller Vorfreude auf ihre Leiterinnen, die Nacht durchgemacht.

In der Nacht von Freitag auf Samstag sind Conny, Jule und Jochen am Zellhof angekommen und haben uns bis Montagabend besucht. An diesem Vormittag haben wir uns mit der Juffi Stufe in Salzburg getroffen und haben von dort dann alle eine Stadtrallye durch die Innenstadt gemacht. Am Abend war unser Bergfest. Wir haben zusammen gegrillt und am Feuer Lieder gesungen, jedoch nicht besonders lange da alle müde von der ersten Woche waren.

Am Sonntag waren wir ab mittags im Hochseilpark in Seeham. Der Park war in drei unterschiedliche Schwierigkeitsstufen unterteilt und die Kinder wurden in verschieden Gruppen eingeteilt mit jeweils einem Erwachsenen. Nach einer kurzen Einführphase ging es dann hoch in die Seile, die zwischen riesigen Bäumen gespannt waren. Es gab viele verschiedene Aufgaben zu meistern, wie über wacklige Bretter und Seile zu balancieren, durch Röhren zu klettern oder sich auf Schlitten oder Skiern fortzubewegen.

Im Anschluss konnte man dann noch die Europarutsche ausprobieren, dabei flog man fast 600m, in Supermann-Position, über die Baumwipfel. Am Ende dieses Tages waren wir uns fast alle einig, dass das ein super Ausflug war.

Der Montagvormittag war für zwei verschiedene Ausflüge vorgesehen. Die eine Gruppe von uns hat in Mattsee eine Schnitzerei besucht und war anschließend noch mal auf dem Spielplatz, der Rest hat sich in Obertrum die dort ansässige Brauerei angeschaut. Nachmittags war dann Karten schreiben an alle Aktienkäufer angesagt und unser Topverkäufer Alessandro wurde mit einem Zellhof T-Shirt belohnt. Den restlichen Tag haben wir mit baden und sonnen verbracht.

Am Dienstag haben die Pfadfinder zusammen mit einer Wiener Pfadfindergruppe das Freundschaftsabzeichen vom Zellhof gemacht. Um dieses Abzeichen zu bekommen mussten verschiedene Aufgaben, alle vom Zellhof vorgegeben, erfüllt werden. Außer einer gemeinsamen Aktion mit einer anderen Gruppe, in diesem Fall eine Fahrradtour, sollten alle Gruppen auf dem Platz aufgezählt werden und verschieden Begriffe in mehrere Sprachen übersetzt werde. Außerdem haben wir einen Teamer vom Zellhof abends als Gast zum Essen gehabt. Alle anderen Kinder von unserem Stamm haben das Umweltabzeichen vom Zellhof gemacht. Auch hierfür mussten einige Aufgaben erfüllt werden. Nach einer kleinen Wanderung, während der wir verschieden Wasserproben genommen haben, wurden Testversuche mit PH-Streifen gemacht und in Kleingruppen verschieden Aufgaben zum Thema Umwelt- und Naturschutz erarbeitet.

Für den Mittwochvormittag haben wir uns ein Gelände-/Rollenspiel überlegt, die Kinder mussten, wieder mal in Kleingruppen aufgeteilt, über den Platz laufen und uns Leiter suchen, die verschiedene Charaktere spielten. Während des Spiels mussten dabei kleine Pfadfinderische Aufgaben gelöst und Gegenstände gegen andere eintauschen werden, am Ende gab es eine Schatzkarte, die schließlich zum Kiosk führte wo alle ein kleines Eis bekamen. Um ein wenig die Zeit zu überbrücken, liehen wir uns noch die Kanus aus und paddelten noch ein wenig über den angrenzenden See.

Und da wieder Mittwoch war, gab es wieder den „Tag der offenen Töpfe“ und für jeden etwas Neues zu probieren.

Am Abend haben wir noch eine Nachtwanderung angeboten auf der wir zum ersten Mal die Milchstrasse zu sehen bekamen.

Ja, und dann war es leider auch schon soweit und mit dem Donnerstag kam das Ende des Sommerlagers in Sicht, die Feuerjurte und das Sonnensegel wurden abgebaut und das Rover-/Materialzelt wurde eingepackt. Da es ein ziemlicher heißer Tag war haben wir den restlichen Tag mit Schwimmen und einer Wasserschlacht verbracht. Am Abend wollten wir dann zum letzten Ausflug auf dem Lager starten und mit den Kindern Bokerln fahren. Dabei sitzt man auf einer Art „Inliner“ mit Handbremse und fährt einen Berg hinunter, eine sehr spaßige Sache – nur leider hat das alles nicht geklappt. Wir hatten die Geräte schon in der Hand und waren zur Abfahrt bereit, als die Besitzerin der Strasse, auf der alles statt finden sollte, uns die Nutzung untersagt hat. Die Organisatoren dieser Aktion waren, ebenso wie wir, ziemlich sprachlos darüber, konnten uns aber auch leider keine alternative Strecke anbieten.

Das war eine ziemlich blöde Situation für uns alle und wir Leiterhaben uns auch sehr darüber geärgert, konnten aber leider nichts daran ändern.

Für Freitag haben wir uns dann noch spontan um einen alternativen Ausflug gekümmert und sind am Nachmittag an den Wolfgangsee zu Europas längster Sommerrodelbahn gefahren. Alle Teilnehmer konnten dort zwei Abfahrten auf einer oder zweier Schlitten machen und dabei die tolle Aussicht über den Wolfgangsee genießen.

Der Abbau an diesem Vormittag verlief sehr angenehm und alle haben, trotz der Hitze, super mitgemacht. Kleine Kommunikationsfehler wurden erst am Abend deutlich, wo es eigentlich zu den Duschen gehen sollte. Wir hatten die Kinder morgens gebeten einen Rucksack für die letzte Nacht und die Zugfahrt zu packen und uns eine Tasche mit allem zu geben was nicht mehr benötigt wurde, diese wurden dann direkt auf die Anhänger verteilt. Unter dem „Nötigsten“ haben leider nur die Wenigsten Waschzeug verstanden.

Für den letzten Abend hatten wir die große Lagerfeuerstelle vom Zellhof reserviert, dort haben wir gesungen und eine Reflexion mit den Kindern durchgeführt, in der ein durchweg positives Ergebnis heraus kam.

Die letzte Nacht haben wir im ehemaligen Saustall verbracht und habendadurch auch nur wenig von dem heftigen Unwetter mit bekommen, das in dieser Nacht über den Zellhof hinweg zog.

Der Samstagmorgen war, bis zur Abfahrt, ziemlich hektisch. Um halb neun sollte esmit dem Bus in Richtung Salzburg losgehen davor mussten noch Schlafsachen eingepackt, Schlafklamotten verstaut und Brote geschmiert werden. Als alle weg waren mussten wir Autofahrer erst mal das Chaos beseitigen, was uns zurück gelassen worden war. Um zehn Uhr hatten wir es dann auch endlich geschafft und konnten mit dem ersten Anhänger, in Richtung Solingen losfahren. Bei der Rückfahrt hatten wir wieder viel Stau und es regnete die meiste Zeit. Um zehn Uhr abends hatte ich es dann aber auch geschafft, alle Kinder aus meinem Auto waren zu Hause abgeliefert und der Anhänger stand bei uns auf dem Hof.

Am Sonntag war dann noch Gepäckausgabe an die Kinder und das Lager musste wieder eingeräumt werden. Dank der vielen helfenden Eltern und Grüpplinge hatten wir alles nach einer guten Stunde geschafft. Wir Leiter haben uns im Anschluss daran noch zu einer Reflexion getroffen und haben das Lager Revue passieren lassen.